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Wirtschaftlicher Aufschwung

Zu Beginn der fünfziger Jahre hat der deutsche Film eine gewisse wirtschaftliche Stabilität erreicht und erfährt trotz zahlreicher Zusammenbrüche von Verleih- und Produktionsgesellschaften bis in die Mitte der fünfziger Jahre einen unvermuteten wirtschaftlichen Aufschwung. Angesichts der Vorherrschaft der Filme aus den Heimatländern der Besatzungsmächte auf dem deutschen Filmmarkt, erhält die deutsche Filmindustrie in den fünfziger Jahren die seit langem geforderte Unterstützung und Förderung von Seiten des Staates in Form von Bürgschaftsaktionen. Die wirtschaftliche Hochblüte stützt sich vor allem auf die alten Erfolgskonzepte vordergründig unpolitischer Unterhaltungsfilme. Besonders der Heimatfilm, der eine illusorische Welt beschreibt, in der die bürgerlichen Vorstellungen von Liebe und Erfolg, die an der deutschen Wirklichkeit zerbrochen waren, hingebungsvoll zelebriert werden, erreicht enorme Besucherzahlen. Ein künstlerisch ambitionierter Film, der vor der Geschichte bestehen kann, ist im Deutschland der fünfziger Jahre ferner denn je. In Westdeutschland beginnen, offenbar nach einer kurzen Phase der Besinnung, die Größen des Nazifilms wieder ihre Arbeit: Veit Harlan, Leni Riefenstahl, Karl Ritter und Zarah Leander stellen eine personelle Kontinuität seit der Nazizeit her, die in diesen Jahren grotesk erscheinen muss. Auch der übrige Stab – Komponisten, Setbauer, Kameraleute und Toningenieure – weist überwiegend die selben Namen auf, die schon in der Kriegszeit präsent waren. Daraus erklären sich die unübersehbaren Parallelen zum früheren Ufa-Film, die das Gesicht des deutschen Films prägen. Da die staatlich geförderten Projekte einen Rückfluss der Mittel in den Förderkreislauf kaum leisten, werden die "Bundesbürgschaften" jedoch bald wieder eingestellt. Um für die Zukunft sicherzustellen, dass Fördergelder nur noch erfolgsversprechenden Projekten zugute kommen, verbindet der Bund 1956 den Deutsche Filmpreis mit Geldprämien. Doch auch diesen Förderungen wird bis in die Mitte der sechziger Jahre kein Erfolg beschieden sein, so eklatant ist die künstlerische Schwäche des deutschen Films.

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Stand: September 2010