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Neuer Deutscher Film

Mit Beginn der sechziger Jahre ist es auch mit der wirtschaftlichen Blüte des deutschen Films dahin. Die staatliche Unterstüzung wird massiv gekürzt, die Fernsehkrise tut ihr Übriges. Doch wie schon so oft in der Geschichte des Films bereitet der Zusammenbruch der kommerziellen Filmproduktion einmal mehr das Feld für neue Impulse. Dass künstlerische Initiative gefragt ist, dessen ist sich auch eine Gruppe junger Regisseure gewahr, die während der Oberhausener Kurzfilmtage 1962 das Oberhausener Manifest verfassen und sich auf diese Weise gegenseitig Mut zur Erneuerung zusprechen: "Der alte Film ist tot. Wir glauben an den neuen.", heißt es über den Unterschriften von 26 Jungfilmern (darunter Alexander Kluge, Peter Schamoni und Haro Senft), die auf dem Festival ihre ersten Kurzfilme vorstellen. Zweifellos sind die Jungfilmer durch die französische Nouvelle Vague inspiriert; was für jene der Qualitätsfilm ist, bedeutet für diese der deutsche Heimatfilm. Wie jene suchen sie durch eine "neue Sprache" den "alten", konventionellen Film abzulösen. Und weiterhin verstanden sie sich, wie jene, als Autorenfilmer. Trotz der Willensbekundung soll es aber noch ein paar Jahre dauern, bis der angestrebte Neue Deutsche Film in ersten Projekten geboren werden kann. Die Vorraussetzung hierfür ist die Gründung des Kuratoriums junger deutscher Film im Februar 1965, das die Spielfilmvorhaben junger Regisseure finanziell unterstützt. Im selben Jahr erreicht der deutsche Film einen Negativrekord mit nur noch 56 Filmen im Jahr. Der Krise des deutschen Films wird sich nun endlich auch die breite Öffentlichkeit gewahr und hieraus resultiert dann auch die Euphorie, welche die ersten "jungen" deutschen Filme 1966 hevorrufen. Die Filme, die nun herauskommen, eint jedoch kein gemeinsamer Stil; jeder von Ihnen definiert sein Verhältnis zur Wirklichkeit für sich. Was sie jedoch eint, ist die Rigorosität, mit der sie die überkommene Vorstellung vom Film als Traumfabrik verwerfen. Sie zeigen eine entschlossene Hinwendung zur Gegenwart, der sie sich durch die kritische Beschreibung sozialer Verhältnisse, menschlicher Verhaltensweisen und aktueller politischer Probleme nähern.

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Stand: März 2010