

Als Rainer Werner Fassbinder am 10. Juni 1982 tot in seiner Müncher Wohung aufgefunden wird, verliert der deutsche Autorenfilm seinen produktivsten Vertreter. Obgleich der ambitionierte deutsche Film im Ausland während der achtziger Jahre bemerkenswerte Erfolge erzielt, etwa durch Wim Wenders, der mit seinem Film Der Stand der Dinge (1982) den Goldenen Löwen in Venedig gewinnt, später mit Paris, Texas (1984) die Goldene Palme und den Kritikerpreis in Cannes oder durch Reinhard Hauff, der in Berlin für seinen umstrittenen Film Stammheim (1986) den Goldener Bären erhält, tritt in diesen Jahren eine bedrohliche filmwirtschaftliche Stagnation ein. Zudem ist das Jahr 1983 von einer heftigen filmpolitischen Kontroverse geprägt, hervorgerufen durch die Ankündigung des Bundesinnenministeriums, die noch anstehende Rate aus der kulturellen Filmförderung für Herbert Achternbuschs Das Gespenst (1983) nicht auszuzahlen, da der Film in seiner blasphemischen Darstellung der Christusgestalt das Volksempfinden verletze. Es folgt eine Ankündigung neuer Richtlinien für die staatliche Filmförderung im Allgemeinen, die sich in einem personellen Wechsel innerhalb der beteiligten Institutionen manifestiert. Ein erklärtes Verlangen nach publikumswirksamen, auch wirtschaftlich erfolgreichen deutschen Filmen, besiegeln das Ende des Jungen Deutschen Films. In der Folge werden reine Unterhaltungsfilme wie etwa Männer... (1985) oder Otto – Der Film wirtschaftliche Erfolge erzielen und eine Phase künstlerischen Stillstandes im deutschen Film einleiten.
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