| Premiere | 4. Juni 1965 |
| Produktionsland | Deutschland (West) |
| Sprache | Deutsch |
| Regie | Jean-Marie Straub |
| Buch | Heinrich Böll Danièle Huillet Jean-Marie Straub |
| Produktion | Danièle Huillet Jean-Marie Straub |
| Kamera | Christian Blackwood Gerhard Ries Wendelin Sachtler Jean-Marie Straub |
| Schnitt | Danièle Huillet Jean-Marie Straub |
| Besetzung | Heinrich Hargesheimer Carlheinz Hargesheimer Martha Staendner Danièle Huillet Henning Harmssen u.a. |
| Musik | Johann Sebastian Bach Béla Bartók |
| Länge | 55 min |
| Farbverfahren | Schwarzweiß |
| Tonverfahren | Mono |
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Durch seinen neuartigen formalen Rigorismus zählt Jean-Marie Straub, der zumeist im Regieduo mit Danièle Huillet arbeitet, zu den einflussreichsten Regisseuren des Neuen Deutschen Films. Sein erster langer Film Nicht versöhnt zeigt auf radikale Weise, wie konsequent Straub das Kino als Instrument sozialer Aufklärung begreift. Dies sucht er jedoch nicht nur durch die Kommunikation von Inhalten zu erreichen, sondern auch durch eine ästhetische Erziehung des Zuschauers, bei dem Straubs Filme durchweg erhebliche Rezeptionsschwierigkeiten bewirken. Den Zuschauer nämlich, so Straub, versuche das Kommerzkino "seit Jahren [...] zu vergiften und zu chloroformieren", was er durch die radikale Durchbrechung von dessen Erwartung zu ändern sucht. So treten bei Straub Darsteller auf, die ihre Rolltentexte nicht spielen, sondern monoton rezitieren und so jede Erweckung vordergründiger Emotionalität ausschließen. Auf diese Weise erzählt Staubs auf Heinrich Bölls Roman "Billard um halb zehn" zurückgehender Film Nicht versöhnt in fragmentarischer, elliptischer Form eine detailreiche Geschichte, die sich über drei Generationen erstreckt und in deren Zentrum die Frage nach der Kontinuität der NS-Vergangenheit in die frühe Bundesrepublik steht.
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