


Bald gewinnt auch der Surrealismus, den der französische Schriftsteller André Breton 1924 mit seinem "Manifest des Surrealismus" begründete, Einfluß auf die Filmkunst. Ähnlich wie der Dadaismus zuvor hat er das Ziel, sich von der "Herrschaft der Logik" (Breton) zu befreien. Doch die Vertreter des Surrealismus sehen dies nicht nur als provokative Verneinung der bestehenden Auffassung, sondern erhofften sich durch Ausschaltung des durch die Vernunft kontrollierten Denkes zur irrationalen Über-Wirklichkeit, wie wir sie in Träumen erleben vorzudringen und dadurch neue Konzepte "zur Lösung der wichtigsten Lebensprobleme" gewinnen zu können. Gestalterisch gibt es zahlreiche Interpretationen des Surrealismus. Die Gemeinsamkeit aller ist jedoch das Prinzip der Kombinatorik: Befreit von Gesetzen der Natur und Logik fügen sich die Dinge zu phantastischen, nur intuitiv erfahrbaren Bildern zusammen. Den Film entdecken die Surrealisten bald als geeignetes Medium zur Darstellung des Irrationalen; die Möglichkeiten der Montage erlauben eine Entfesselung der Gedanken von ihren raumzeitlichen Zusammenhängen. Die Dichter Antonin Artaud, Philippe Souplault und Robert Desnos schreiben Drehbücher für surrealistische Filme.
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