


Die großen New Yorker Banken erwerben bis 1925 die Aktienmehrheit der großen Filmproduktionsgesellschaften. Sie tragen mit ihren massiv verstärkten Investitionen nicht nur zum Boom der Filmindustrie bei, sondern dringen als Production Supervisors bald in die Filmproduktion vor und entscheiden letztlich nicht selten auch über künstlerische Fragen. Sie machen sich daran, das bisher unkalkulierbare und riskante Geschäft des Filmemachens in markttaugliche Begrifflichkeiten zu übersetzen und treiben der amerikanischen Filmproduktion durch ihr Systems der values den letzten Funken künstlerischer Ambition aus: Demnach misst sich der Kassenerfolg eines Films, sein box office value, am Einsatz berühmter Stars (star value), an aufwendiger Ausstattung samt Publizierung der enormen Produktionskosten (production value) sowie an dem "Wert" des Drehbuchs, das bestenfalls auf Bühnenstücken oder Romanen basiert, die in der Vergangenheit schon Erfolge verbuchen konnten (story value). Es entsteht auch das type-casting, wonach ein Star immer auf ähnliche Rollen besetzt und entsprechend beworben wird. Die Regisseure werden den Production Supervisors in einem Maße untergeordnet, dass sie bald jegliche Handlungsfreiheit verlieren und zu bloßen Funktionären degradiert werden innerhalb einer Produktion, die sich in den engen, parallelen Bahnen der Genredefinitionen bewegt.
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